Jordanien: Zahl der Toten nach Kirchenanschlag steigt auf 9
Zwei verletzte Überlebende des Angriffs auf eine griechisch-orthodoxe Trauerfeier in Karak sind gestorben, sagte Jordaniens Gesundheitsminister.

Amman — Zwei weitere Verletzte des Schusswaffenangriffs auf eine Trauerfeier in einer Kirche im Süden Jordaniens sind ihren Verletzungen erlegen, womit die Zahl der Toten auf 9 steigt. Das berichtete The Hindu unter Berufung auf Gesundheitsminister Ibrahim al-Bdour, der mit AFP sprach.
Der Minister sagte, der zweite der beiden schwer verletzten Opfer sei am Samstag gestorben. Weitere 25 Menschen befänden sich noch im Krankenhaus, fügte er hinzu.
Bewaffnete stürmten am Freitag, dem 23. Oktober, während eines Trauerzugs das Gelände einer griechisch-orthodoxen Kirche im Dorf Hammoud im Gouvernement Karak und eröffneten das Feuer, wie jordanische Behörden mitteilten. Unmittelbar danach wurden 7 Tote gemeldet. Wide World News berichtete über die ersten Beerdigungen, während die Verletzten in das Prinz-Ali-Militärkrankenhaus in Karak gebracht wurden.
König Abdullah II., der nach dem Anschlag Opfer besuchte, sagte am Samstag in einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats: »Die Sicherheit und Unversehrtheit der Jordanier sind eine rote Linie«, und fügte hinzu: »Die Hand der Gerechtigkeit wird jeden Terroristen erreichen.« Am Freitag hatte er versprochen, auf die Schüsse werde mit der »härtestmöglichen Vergeltung« geantwortet.
Innenminister Mazen al-Faraya sagte auf einer Pressekonferenz: »Eine terroristische Gruppe hat eine grauenhafte Tat begangen, die in jeder Hinsicht verurteilt wird, und die Sicherheitsdienste arbeiten rund um die Uhr daran, sie aufzuspüren.« Die Behörden haben die Angreifer nicht öffentlich benannt und nicht mitgeteilt, ob Festnahmen erfolgt sind.
Premierminister Jafar Hassan ordnete ab Freitag 3 Tage nationaler Trauer an; Flaggen wehen auf Halbmast an Regierungs- und öffentlichen Gebäuden. Karak ist Heimat einer bedeutenden christlichen Gemeinschaft in dem muslimisch geprägten Königreich, in dem Christen 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung ausmachen.
Vorerst warten die Familien in Hammoud auf zwei Dinge: Nachrichten über die 25 Menschen, die noch im Krankenhaus liegen, und Auskunft der Sicherheitsdienste darüber, wer den Anschlag verübt hat und ob die Täter gefasst wurden.
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