Bewaffnete töten 7 Menschen bei Beerdigung in Karak (Jordanien)
Bei einem Angriff auf eine griechisch-orthodoxe Kirche in Karak wurden 7 Trauergäste erschossen. König Abdullah II. droht mit der „härtesten“ Antwort.

Karak — Bewaffnete eröffneten am Freitag während einer Beerdigung in einer griechisch-orthodoxen Kirche im Dorf Hammoud im Gouvernement Karak das Feuer. Nach Angaben der Behörden töteten sie mindestens 7 Menschen und verletzten viele weitere. Niemand hat sich zu der Tat bekannt, und die Fahndung nach den Angreifern läuft.
Laut South China Morning Post stiegen die Angreifer aus einem Fahrzeug und begannen während des Trauerzugs zu schießen. Die Behörden sprachen von einem seltenen Angriff auf Christen in dem mehrheitlich sunnitisch-muslimischen Königreich. Die Zahl der Verletzten wurde in offiziellen Erklärungen unterschiedlich angegeben: Die jordanische Direktion für öffentliche Sicherheit nannte etwa 10, einige davon in kritischem Zustand, während BBC News von mindestens 34 Verletzten berichtete. Auch die Zahl der Todesopfer wurde zweimal nach oben korrigiert, bevor die Behörden wieder bei 7 landeten.
Ein Augenzeuge berichtete dem staatlichen Sender Al-Mamlaka, die Bewaffneten hätten 5 Minuten lang ununterbrochen geschossen, bevor sie flohen, wie The Hindu meldete. Zum Zeitpunkt des Angriffs hielten sich zwischen 150 und 200 Menschen in der Kirche und in deren Umfeld auf, so der Zeuge, die meisten Opfer seien zwischen 50 und 70 Jahre alt gewesen. Auf Überwachungskameraufnahmen, die die BBC verifiziert hat, sind offenbar 3 bewaffnete Männer zu sehen, die sich auf die Kirche zubewegen.
Innenminister Mazen al-Faraya bezeichnete die Täter als „Gruppe von Extremisten“ und nannte den Angriff „schmerzhaft und grauenhaft“ sowie in der Geschichte des Königreichs beispiellos. König Abdullah II. erklärte, der „terroristische Angriff auf Karak wird mit der härtesten Vergeltung beantwortet“. Später besuchte er die Verletzten unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen im Krankenhaus.
Karak hat eine beachtliche christliche Gemeinde, und Gewalt dieser Art ist in Jordanien selten, auch wenn das Land in der Vergangenheit schon tödliche Anschläge erlebt hat. Der libanesische Präsident Joseph Aoun, selbst ein christliches Staatsoberhaupt, verurteilte den, wie er sagte, „abscheulichen terroristischen Angriff“. Er erklärte, dieser verletze die Unantastbarkeit der Trauernden, so libanesische Medien.
Vor dem Krankenhaus, in dem die Verletzten behandelt werden, wurden Straßen gesperrt. Familien versammelten sich dort voller Wut und Trauer, manche äußerten Frust darüber, dass der Staat ihrer Ansicht nach nicht entschieden genug gegen Extremisten vorgeht. Vorerst wartet Karak auf die Fahndung, die Antworten liefern soll: Wer den Angriff verübt hat und warum eine Beerdigung als Ziel gewählt wurde.
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