Samstag, 24. Oktober 2026

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Iran meldet sieben Treffer in Hormus und droht den USA

Teheran spricht von der höchsten Zahl an Schiffstreffern an einem Tag seit Kriegsbeginn, während ein Ölteppich entlang der Strände der VAE treibt.

Tanker vor einem Hafen an der Golfküste in der Abenddämmerung vor Anker.
Tanker vor einem Hafen an der Golfküste, nahe der Schifffahrtsroute, die vor dem Krieg ein Fünftel des weltweiten Öls transportierte. Illustration.

— Iran erklärt, in der Nacht seien sieben Öltanker in der Straße von Hormus getroffen worden. Es ist die höchste Zahl an einem einzigen Tag in der Wasserstraße, seit die Vereinigten Staaten und Israel am 28. Februar ihren Krieg gegen Iran begonnen haben, wie Al Jazeera berichtet. Teheran warnte zudem, es könne US-Stützpunkte im gesamten Nahen Osten angreifen, falls Washington Tankern bei der Durchfahrt durch andere Teile der Meerenge hilft.

Die Islamische Revolutionsgarde erklärte, vier der Schiffe hätten Öl umgeladen, als sie angegriffen wurden und in Brand gerieten. Die übrigen drei seien nach dem Auflaufen auf Minen manövrierunfähig geworden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen, Details zu Opfern oder zu den Flaggen der Tanker wurden nicht genannt.

Washington wies die Vorwürfe zurück. Präsident Donald Trump sagte, Iran erfinde Angriffe, um vor den US-Zwischenwahlen die Ölpreise in die Höhe zu treiben, und schrieb auf Truth Social: „Sie erfinden gefälschte Treffer, Minen und alles Mögliche andere“. Ein Sprecher des US-Zentralkommandos äußerte sich anonym gegenüber Al Jazeera. Die Minenmeldungen seien falsch, die US-Streitkräfte hätten die Schifffahrtswege geräumt, und 95 Prozent der Schiffe kämen durch.

Die Umweltschäden sind bereits messbar. Satellitenbilder, die BBC News ausgewertet hat, zeigen, dass sich der Ölteppich des unter panamaischer Flagge fahrenden Tankers Gem No.2, der am 9. Oktober getroffen wurde, bis Mittwoch über 35 km ausgebreitet und Strände nahe Umm Al Quwain gesperrt hatte, wie Euronews berichtete. Alle 22 indischen Besatzungsmitglieder wurden gerettet. Forscher sagten der BBC, das Ausmaß des Schadens sei noch zu unsicher, um es zu beziffern. Der Teppich treibe jedoch auf Siniyah und Khor Al Beidah zu, ein als Key Biodiversity Area ausgewiesenes Gebiet, das Lebensraum für Grüne Meeresschildkröten und den stark gefährdeten Halavi-Geigenrochen ist.

Vor dem Krieg passierte ein Fünftel des weltweiten Öls die Meerenge. Iran beansprucht die volle Kontrolle darüber und sagt, es greife Schiffe an, die ohne Genehmigung durchfahren. Die USA eskortieren Schiffe zunehmend häufiger durch die Meerenge, während sich Golfstaaten auf einen breiteren Konflikt einstellen.

Was als Nächstes geschieht, könnte ebenso sehr in Washington entschieden werden wie auf See. Laut einer von Al Jazeera zitierten Umfrage lehnt die Mehrheit der Amerikaner weitere Kriegsausgaben ab, und die Zwischenwahlen Anfang November prägen inzwischen jede Entscheidung. Eine Ausweitung der US-Eskorten für Tanker würde Teherans Warnung auf die Probe stellen. Die Eindämmungsoperation der VAE wird in den kommenden Tagen den ersten verlässlichen Hinweis auf die Reichweite des Ölteppichs liefern.

Quellen

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