Mindestens 30 Tote bei Zugunglück in Zentralspanien
Auf der Strecke Madrid–Sevilla in Toledo kollidierten ein Renfe- und ein Iryo-Zug. Die Regionalregierung meldet 30 Tote und warnt vor weiteren.

Toledo — Mindestens 30 Menschen kamen am Mittwoch ums Leben, als ein Hochgeschwindigkeitszug auf das Heck eines anderen Zuges auffuhr, der auf der Strecke zwischen Madrid und Sevilla angehalten hatte. Es ist das zweite schwere Bahnunglück in Spanien in diesem Jahr. Zwei Waggons entgleisten.
Der Unfall ereignete sich kurz nach 9 Uhr zwischen den Ortschaften Mora und Orgaz in der Provinz Toledo, wie der Bahnbetreiber Adif mitteilte. Beteiligt waren ein Renfe- und ein Iryo-Zug, die in dieselbe Richtung von der Hauptstadt nach Sevilla fuhren. Ein Regierungssprecher der Region Castilla-La Mancha sagte, zwei Wagen des Iryo-Zuges seien entgleist. In beiden Zügen saßen jeweils Hunderte Passagiere.
Die Zahl der Todesopfer stieg im Laufe des Tages rasch. Esther Padilla, Sprecherin der Region Castilla-La Mancha, hatte zunächst erklärt, die Behörden könnten 10 Tote bestätigen, und warnte: „Diese Zahl wird mit Sicherheit steigen“, berichtete die South China Morning Post. Später am Mittwoch teilte die Regionalregierung mit, die Zahl sei auf 30 gestiegen, laut The Guardian.
Aufnahmen des regionalen Senders Castilla-La Mancha Televisión zeigten einen entgleisten Zug, bei dem mindestens ein Waggon auf einem erhöhten Streckenabschnitt liegen geblieben war. Ein Fahrgast namens Miguel, der im hinteren Wagen eines der Züge saß, berichtete dem Radiosender COPE, er habe „ein gewaltiges Dröhnen, einen wirklich enormen Schlag gehört, der 10 Sekunden lang anhielt“.
Adif stellte den gesamten Verkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Andalusien ein. In einer Nachricht auf X hieß es, die Sperrung folge auf „einen Auffahrunfall zweier Züge“. Manuel Galan, Bürgermeister von Urda in der Nähe von Toledo, sagte, die Rettungsdienste hätten ihn gebeten, eine Sporthalle für die Verletzten vorzubereiten, berichtete die Japan Times.
Die Ursache des Zusammenstoßes ist weiterhin ungeklärt. Der Sprecher der Regionalregierung erklärte, Ursache und Zahl der Verletzten würden noch ermittelt. Eine offizielle Erklärung dafür, warum ein Zug auf der Strecke angehalten hatte und warum der zweite auf ihn auffuhr, liegt bislang nicht vor.
Der nächste formale Schritt ist die Untersuchung des Unglücks. Sie muss klären, wie zwei Züge auf demselben Streckenabschnitt eines der meistbefahrenen Hochgeschwindigkeitsnetze Europas landen konnten.
Quellen
Dieser Artikel basiert auf Berichterstattung von:
- South China Morning Post Developing | At least 10 dead in Spain after high-speed trains collide
- The Guardian Spain train crash: at least 30 dead after collision in Toledo province | Spain
- The Japan Times Two high-speed trains collide in Spain, rail operator says


