Dienstag, 27. Oktober 2026

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Von den USA vermittelte Waffenruhe tritt in Oleschky in Kraft

Eine von First Lady Melania Trump vermittelte Waffenruhe gilt im russisch besetzten Oleschky, während russische Raketen Kiew und Charkiw treffen.

Eine ruhige Straße in einer kleinen Flussstadt in der südukrainischen Region Cherson im Morgengrauen.
Eine kleine Stadt in der südukrainischen Region Cherson, in der eine lokale Waffenruhe eine Hilfsmission ermöglichen soll. Illustration.

— Eine lokal begrenzte Waffenruhe, die von der First Lady der USA, Melania Trump, vermittelt wurde, ist am Dienstag um 3:00 Uhr Ortszeit (0100 GMT) in Oleschky in Kraft getreten. Die russisch besetzte Stadt liegt in der südukrainischen Region Cherson. Die Feuerpause ebnet den Weg für eine humanitäre Mission, die dort später in dieser Woche geplant ist. Sowohl Moskau als auch Kiew bestätigten in getrennten Erklärungen, dass die Waffenruhe begonnen hat.

Die Waffenruhe, wie Euronews berichtete, wurde am vergangenen Freitag angekündigt und gilt für ein begrenztes Gebiet. Sie soll Hilfe zu bis zu 2.000 Menschen bringen, die in Oleschky festsitzen, wo Lebensmittel und Medikamente knapp werden und die wegen Minen und Drohnenangriffen nicht ausreisen können, so die UN. Die Einwohnerzahl der Stadt ist laut ukrainischen Beamten von rund 24.000 vor der russischen Invasion von 2022 auf heute etwa 2.000 gesunken, darunter bis zu 50 Kinder. AFP teilte mit, man könne nicht unmittelbar überprüfen, ob die Kämpfe tatsächlich nachgelassen haben.

„Im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für eine humanitäre Operation im Gebiet von Oleschky, Oblast Cherson, (haben russische Streitkräfte) das Feuer im Frontabschnitt Cherson eingestellt und ein ‚Regime der Stille‘ eingeführt“, erklärte das russische Verteidigungsministerium auf Telegram, wie The Hindu berichtete.

Der Menschenrechtsbeauftragte Kiews, Dmytro Lubinets, sagte, die Ukraine „erfülle ihre Verpflichtungen“, und ergänzte, „die Seiten halten sich an die Vereinbarungen, die wir getroffen haben“. Was der Vereinbarung noch fehlt, sind die praktischen Details: Weder Russland, die Ukraine noch die Vereinigten Staaten haben gesagt, wer die Waffenruhe überwachen wird, wie lange sie gelten soll oder wie die Hilfsoperation genau aussieht. Newsmax, ein rechtsgerichteter US-Kabelsender, teilt mit, er habe „exklusiven Fernsehzugang“ erhalten, um Beobachter zu begleiten, die am Donnerstag in die Stadt einreisen sollen.

Bei der Bekanntgabe der Vereinbarung – eine seltene diplomatische Wendung für eine First Lady – sagte Frau Trump, Zivilbeamte beider Länder würden Bewohner in ihren Häusern besuchen, um „festzustellen, welche Unterstützung sie benötigen“. Wer die Stadt verlassen wolle, erhalte, so sagte sie, Transport zu dem Ziel seiner Wahl: „Ich rechne damit, dass manche nach Russland und andere in die Ukraine wollen.“

Die Grenzen der Feuerpause wurden innerhalb weniger Minuten sichtbar. Kurz nach 3 Uhr erschütterten Explosionen ballistischer Raketen Kiew; Bürgermeister Vitali Klitschko sagte, ein Angriff habe die Südbrücke über den Dnipro beschädigt, die U-Bahn-Infrastruktur in Mitleidenschaft gezogen und den Zugverkehr unterbrochen. Am späten Montagabend tötete ein Angriff auf einen Universitätscampus in Kiew eine Person und verletzte 10, teilten Stadtbeamte mit, während Angriffe in Charkiw zwei Menschen töteten und vier verletzten. Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb, es gebe „nicht eine einzige militärische Einrichtung in der Nähe“, und Russland zeige „nichts als den Wunsch zu töten und den Krieg fortzusetzen“.

Der Waffenruhe geht eine Dreierrunde zwischen Washington, Moskau und Kiew voraus, die im November nach einer monatelangen Pause wieder aufgenommen werden soll und auf ein Ende des Krieges nach mehr als 4½ Jahren zielt. Die nähere Bewährungsprobe kommt am Donnerstag, wenn die Beobachter Oleschky betreten sollen – mit oder ohne exklusiven Fernsehzugang.

Quellen

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