Montag, 26. Oktober 2026

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Israelis wählen erstmals seit den Angriffen vom 7. Oktober

Am Dienstag wählen die Israelis in einer Wahl, die weithin als Urteil über Netanjahu gilt. Der Zentrist Gadi Eisenkot führt die Herausforderer an.

Eine ruhige Wohnstraße in einer südisraelischen Stadt in der Abenddämmerung
Eine Wohnstraße in Südisrael, einer Region, deren Sicherheit im Mittelpunkt des Wahlkampfs steht. Illustration.

— Die Israelis wählen am Dienstag bei der ersten landesweiten Parlamentswahl seit dem Angriff der Hamas vom 7. Oktober 2023. Die Abstimmung ist zu einem Referendum über die Führung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geworden, über das Versagen der Sicherheitskräfte an jenem Tag und über die Kriege, die danach folgten.

Der Wahlkampf war stark polarisierend, berichtete Africanews. Gestritten wurde über die Lebenshaltungskosten, die Befreiung ultraorthodoxer Juden vom Militärdienst und eine Justizreform, die nach Ansicht von Kritikern die demokratischen Institutionen Israels geschwächt hat. Die Kriegsführung im Gazastreifen hat vergleichsweise wenig Debatte ausgelöst; beide großen Lager unterstützen weitgehend die jüdischen Siedlungen im besetzten Westjordanland und lehnen einen palästinensischen Staat ab.

Netanjahus wichtigster Herausforderer ist Gadi Eisenkot, ein 66-jähriger ehemaliger Generalstabschef, der die zentristische Partei Yashar anführt. Er hat versprochen, die Versäumnisse rund um den Angriff zu untersuchen und Israels Ansehen bei internationalen Verbündeten wiederherzustellen. Er gehörte als Beobachter dem Kriegskabinett Netanjahus an, trat jedoch nach acht Monaten zurück und warf dem Ministerpräsidenten vor, keine klare Strategie zu haben. Sein Sohn und zwei Neffen kamen im Kampf im Gazastreifen ums Leben.

Eisenkot stammt aus einer Arbeiterfamilie marokkanisch-jüdischer Einwanderer und gilt in Sicherheitsfragen als Falke. Ihm wird zugeschrieben, die sogenannte „Dahiyeh-Doktrin“ mitentwickelt zu haben, die unverhältnismäßige Gewalt in Gebieten vorsieht, von denen aus Kämpfer Angriffe starten. Sollte er eine Koalition bilden, wäre er der erste Ministerpräsident Israels mizrachischer Herkunft.

Die Wähler sprechen von einem in zwei Lager gespaltenen Land. „Ich habe mich für Eisenkot entschieden, weil es Zeit wird, dass jemand damit beginnt, dieses Volk ein wenig zusammenzuführen“, sagte Shimon Elmaliah, ein Einwohner von Sderot. In Jerusalem widersprach Refael Ohayon: „Nur Bibi wird diese Wahlen gewinnen, und wenn nicht, ist der Staat Israel in existenzieller Gefahr.“

Wie der französische Sender berichtete, sind im Ausland lebende Staatsbürger, die von dort nicht wählen können, aus aller Welt angereist, um ihre Stimme abzugeben. Bis Dienstagabend wird feststehen, ob das Land Kontinuität oder eine neue Generation von Führungspersönlichkeiten gewählt hat – und, für viele, ob sich die beiden Lager annähern können.

Quellen

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