Jordanien greift Syrien an: 7 Tote nach Kirchenanschlag in Karak
Syrien meldet 7 Tote bei jordanischen Luftangriffen, darunter 3 Kinder, und schließt den Grenzübergang Nassib. Amman nennt Ziele der Karak-Angreifer.

Amman — Jordanien hat im Süden Syriens Luftangriffe geflogen, die es als Vergeltung für den tödlichen Schusswaffenangriff auf eine Kirche in Karak am Freitag bezeichnet. Syrische Behörden zufolge kamen bei den Angriffen mindestens 7 Menschen ums Leben, darunter 3 Kinder und eine Frau. Damaskus reagierte, indem es den Grenzübergang Nassib schloss, die einzige Route für Personen- und Handelsverkehr zwischen beiden Ländern, und die jordanische Darstellung zurückwies, die Operation sei mit Syrien abgestimmt gewesen.
Die jordanischen Streitkräfte erklärten, sie hätten „Schlupfwinkel“ bewaffneter Gruppen im Südosten Syriens als Reaktion auf den Schusswaffenangriff auf eine griechisch-orthodoxe Kirche im Gouvernement Karak angegriffen, bei dem mindestens 9 Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden. Das Militär teilte mit, die Angriffe hätten „zur Tötung und Verwundung vieler Angehöriger dieser terroristischen Gruppen und zur Zerstörung einer Reihe ihrer Fahrzeuge geführt“ und seien „in Abstimmung mit der syrischen Regierung“ erfolgt. Welche Gruppen gemeint sind, nannte es nicht, wie der Guardian berichtete.
Syrien widersprach dieser Darstellung entschieden. Die Regierung erklärte, die „Militäroperation wurde ohne vorherige Abstimmung oder Benachrichtigung durchgeführt“, und kündigte eine Untersuchung an. Der syrische Zivilschutz teilte mit, am Montagabend seien vier Standorte in ländlichen Gebieten von Daraa und As-Suwaida getroffen worden; Helfer bargen sieben Leichen: drei Männer, eine Frau und drei Kinder. Fünf der Toten gehörten einer Familie an, die bei einem Angriff auf ein Zelt im Dorf Al-Tai getötet wurde, so der Dienst. Drei weitere Angehörige, darunter ein Kind, wurden verletzt.
Die Opferzahlen weichen je nach Quelle voneinander ab. Der Gesundheitsdirektor von Daraa sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Sana, mindestens 5 Zivilisten seien getötet worden, darunter Frauen, Kinder und ein 65-jähriger Mann. Der Zivilschutz gab separat an, ein 80-jähriger Mann sei bei einem Angriff auf Al Shayyah gestorben und ein 60-jähriger Mann in Shahba, während ein Angriff auf ein Wohnhaus in Muzayrib keine Opfer forderte, wie Al Jazeera berichtete. Ein Beamter des syrischen Außenministeriums bezeichnete die Angriffe als „heimtückischen Überfall“.
Die Eskalation folgt auf den Angriff vom Freitag, bei dem 3 Bewaffnete in Karak, rund 90 km südlich von Amman, auf Trauergäste einer Beerdigung das Feuer eröffneten. In Karak lebt ein Teil der christlichen Minderheit Jordaniens, etwa 300.000 der 11,5 Millionen Einwohner des Landes. Bereits am Montag nahmen jordanische Sicherheitskräfte im Dorf Al-Jadeeda zwei Brüder und deren Schwager fest, nachdem ein rund 3-stündiges Feuergefecht vorausgegangen war; eine Regierungsquelle sagte Al Jazeera, die Verdächtigen seien schwer verletzt worden. König Abdullah II. hat zugesagt, die Täter würden mit den „härtesten Strafen“ rechnen müssen, und eine Überprüfung der Sicherheitsverfahren angeordnet.
Als nächste Anhaltspunkte gelten die syrische Untersuchung der Angriffe und die Frage, ob am Ende Zivilisten statt der mutmaßlich bewaffneten Gruppen die Folgen tragen. Die anhaltende Schließung des Grenzübergangs Nassib, einer zentralen Handelsachse, wird zeigen, wie rasch Amman und Damaskus versuchen, den Schaden zu begrenzen.
Quellen
Dieser Artikel basiert auf Berichterstattung von:
- Al Jazeera Jordan strikes Syria after church attack, killing at least seven people | Conflict News | Al JazeeraplayShow navigation menuplaysearchcaret-leftcaret-rightListenshare-nodesfacebookxwhatsapp-strokecopylinkgoogleinfoToggle Playaj-logoaj-logoaj-logofacebooktwitteryoutubeinstagram-colored-outlinerssblueskytiktok-colored-outline
- The Guardian Jordan attacks militants in Syria in retaliation for last week’s church attack | Jordan


