Spaniens Verkehrsminister tritt nach Zugunglück zurück
Óscar Puente tritt zurück und zieht seine Kandidatur für die Wahl am 29. November in Spanien zurück. Ein Unglück mit 69 Toten war der Auslöser.

Madrid — Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente ist am Dienstag wegen des Zugunglücks zurückgetreten, bei dem in der vergangenen Woche 69 Menschen ums Leben kamen. Das Unglück gilt als eine der schwersten Bahnkatastrophen in Europa in diesem Jahrhundert. Zudem hat Puente seine Kandidatur für die vorgezogene Parlamentswahl am 29. November zurückgezogen.
Puente verkündete seine Entscheidung am Ende einer langen Anhörung im Parlament. Seit dem Unglück hatte er mehrfach einen Rücktritt ausgeschlossen. „Ich möchte Sie darüber informieren, dass ich nicht nur mein Amt als Verkehrsminister niederlege, sondern auch meinen Namen von den Listen für die vorgezogenen Parlamentswahlen am 29. November zurückziehe“, sagte er den Abgeordneten, wie The Guardian berichtete.
Wenige Stunden zuvor hatte Puente auf einer Pressekonferenz, auf der neue Sicherheitsmaßnahmen für den Schienenverkehr vorgestellt wurden, erklärt, die Regierung werde „rastlos daran arbeiten, das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Hochgeschwindigkeitsverkehr zurückzugewinnen“. Spaniens Netz ist das zweitgrößte seiner Art auf der Welt.
Die rechte Opposition hatte Puentes Rücktritt gefordert, und Gewerkschaften hatten ihm vorgeworfen, die Schuld anderswo zu suchen. Das berichtete die South China Morning Post. Unter den Toten waren auch Ausländer, darunter Staatsbürger der Vereinigten Staaten, Japans und Kanadas. Inzwischen wurde zudem bestätigt, dass ein zweiter japanischer Staatsbürger unter den Opfern ist.
Das Unglück hat zusammen mit einer weiteren Bahnkatastrophe earlier in diesem Jahr den Wahlkampf für die Abstimmung am 29. November überschattet. Ministerpräsident Pedro Sánchez von den Sozialisten liegt in Umfragen zurück. Puentes Abgang nimmt der Regierung einen ihrer sichtbarsten Verteidiger ihrer Bilanz im Schienenverkehr, weniger als einen Monat vor dem Wahltag.
Wie es weitergeht, wird auf zwei Ebenen zu bewerten sein: an den Ergebnissen der Untersuchung des Unglücks und an der Wahl selbst am 29. November, bei der die Wählerinnen und Wähler ihr eigenes Urteil über den Umgang der Regierung mit der Katastrophe fällen werden.
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