USA: Flugzeug beschoss Frachter im Golf von Oman
US-Zentralkommando: Flugzeug legte Frachter unter der Flagge von St. Kitts lahm, der die Iran-Blockade verletzt haben soll.

Golf von Oman — Ein amerikanisches Militärflugzeug hat am Samstag im Golf von Oman einen kommerziellen Frachter beschossen und manövrierunfähig gemacht. Die US-Streitkräfte werfen dem Schiff vor, die US-Seeblockade gegen Iran durchbrechen zu wollen. Das berichtet The Hindu unter Berufung auf eine Erklärung des US-Zentralkommandos.
Das Zentralkommando erklärte, das unter der Flagge von St. Kitts fahrende Schiff habe einen iranischen Hafen angelaufen und versucht, die Gewässer der Region zu verlassen. Ein US-Flugzeug habe anschließend Präzisionsmunition auf das Heck abgefeuert, nachdem US-Streitkräfte die Besatzung angewiesen hätten, die betroffenen Bereiche zu verlassen, so das Kommando laut dem Bericht.
In der Darstellung, die The Hindu wiedergibt, nennt das Kommando keine Opfer. Das Schicksal der Besatzung und das Ausmaß der Schäden am Schiff ließen sich unabhängig nicht überprüfen.
Der Angriff fiel zeitlich zusammen mit der Ankündigung des US-Militärs, eine neue Einsatztruppe aufzustellen, die Teherans Transport von fortschrittlichen Waffen und anderem sanktioniertem Material über seine Landgrenzen und durch das Kaspische Meer unterbinden soll. Das Zentralkommando schätzt, dass die seit Monaten andauernde Seeblockade Iran daran gehindert hat, Rohöl im Wert von mehr als 25 Milliarden US-Dollar zu exportieren. Diese Zahl stammt vom Kommando selbst.
Der Zwischenfall reiht sich in eine Konfrontation ein, die sich seit Monaten rund um die Schifffahrtswege am Golf aufbaut. Iran hat erklärt, seine Tanker seien in der Straße von Hormus auf Minen gestoßen, und US-Präsident Donald Trump hat mit einer neuen Offensive gegen Iran gedroht. Zuvor hatte er gewarnt, Washington könnte handeln müssen, selbst während angeblich Gespräche liefen. Teheran seinerseits hat weitreichende Vergeltungsschläge gegen die Infrastruktur am Golf angedroht, sodass die Nachbarstaaten ihre eigenen Häfen und Pipelines im Blick behalten.
Vorerst warten Schiffsbesatzungen und Golfstaaten auf zwei Entwicklungen: ob das manövrierunfähige Schiff und seine Besatzung in Sicherheit gelangen und ob Teheran auf den Angriff zur See, an Land oder über die noch offenen diplomatischen Kanäle reagiert.
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