Freitag, 30. Oktober 2026

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Binance: 3 Mrd. Dollar eingefroren nach mutmaßlichem Hack

Binance stoppt Auszahlungen, Stablecoin-Emittenten frieren Milliarden ein; eine Schätzung beziffert den Diebstahl auf knapp 6 Mrd. Dollar.

Ein leerer Serverraum-Korridor mit Racks unter kühlem Licht.
Ein Rechenzentrum dieser Art bildet das Rückgrat digitaler Handelsplattformen für Kryptowerte, rund um die Uhr. Illustration.

— Binance, die weltgrößte Kryptowährungsbörse, teilt mit, dass rund 3 Mrd. Dollar an Krypto-Geldern eingefroren wurden, während das Unternehmen einen, wie es sagt, „potenziellen Sicherheitsvorfall“ untersucht – einen Vorfall, der nach Angaben des eigenen Gründers nach einem Hack aussieht. Das Unternehmen setzte am Donnerstag sämtliche Einzahlungen und Auszahlungen aus, versprach, alle Verluste zu decken, und betonte, „Nutzergelder sind sicher“.

Das Einfrieren erfolgte größtenteils durch Stablecoin-Emittenten. Tether-Chef Paolo Ardoino sagte, sein Unternehmen habe rund 1,6 Mrd. Dollar seines an den Dollar gekoppelten USDT-Tokens eingefroren, laut CNA; Circle-Chef Jeremy Allaire erklärte, sein Unternehmen habe mehr als 800 Mio. Dollar in USDC „in Abstimmung mit den Strafverfolgungsbehörden“ eingefroren, berichtete The Guardian.

Wie viel tatsächlich gestohlen wurde, bleibt unklar. Das Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis bezifferte seine „aktuelle Schätzung der gestohlenen Summe auf ca. US$5,912 Mrd. zum Zeitpunkt des Diebstahls“, eine Zahl, die sich nicht unabhängig überprüfen lässt. Der frühere Binance-Chef Changpeng Zhao, der 2023 als CEO zurücktrat, aber weiterhin größter Anteilseigner ist, schätzte, die Gesamtverluste könnten „etwas höher“ als 1 Mrd. Dollar liegen. „Es sieht tatsächlich nach einem Hack bei Binance aus“, schrieb er auf X.

Die Märkte reagierten verunsichert. Bitcoin, die meistgehandelte Kryptowährung, fiel nach dem Vorfall um rund 5 Prozent auf unter 77.000 Dollar, wie Al Jazeera berichtete; auch die meisten anderen großen Token gaben nach. Stablecoins wie USDT und USDC sind an den US-Dollar gekoppelt, weshalb ihre Emittenten Token auf Ersuchen der Strafverfolgungsbehörden einfrieren können – eines der wenigen Mittel, mit denen die Branche gestohlene Gelder zurückholen kann.

Sollte die Chainalysis-Schätzung zutreffen, würde der Diebstahl den bisherigen Rekord weit in den Schatten stellen: die 1,5 Mrd. Dollar, die im Februar 2025 von der Börse Bybit erbeutet wurden, bei einem Angriff, der nordkoreanahen Hackern zugeschrieben wird. Cyberkriminelle stahlen 2025 laut dem Crypto Crime Report 2026 des Analysehauses TRM insgesamt 2,87 Mrd. Dollar in Krypto-Werten bei knapp 150 Vorfällen. Binance, 2017 von Zhao in China gegründet, verwaltet laut CoinMarketCap rund 155 Mrd. Dollar an Vermögenswerten – mehr als jede andere Börse.

Weder Binance noch unabhängige Analysten haben bislang erklärt, wie die Angreifer eindringen konnten; das US-Justizministerium und das FBI reagierten auf Anfragen zur Stellungnahme zunächst nicht. Binance teilte mit, man arbeite „rund um die Uhr“ und warnte Nutzer davor, auf Betrugsversuche und inoffizielle Links hereinzufallen. Der nächste Prüfstein für die Geschichte ist die „vollständige Nachanalyse“, die die Börse nach Abschluss ihrer Untersuchung versprochen hat – sie wird zeigen, ob die eingefrorenen Milliarden zurückgeholt werden und wer die Last trägt, falls nicht.

Quellen

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