Donnerstag, 29. Oktober 2026

Wide World News

Die wichtigsten Geschichten der Welt, klar erzählt

EU-Erdgaspreise erstmals seit 2022 über 100 Euro

Europäisches Erdgas ist vor dem nahenden Winter über 100 Euro je Megawattstunde gestiegen. Die EU-Speicher sind nur zu 72 % gefüllt, Haushalte müssen sich auf eine schwierige Saison einstellen.

Eine Wohnstraße mit Reihenhäusern aus Backstein unter einem bedeckten Herbsthimmel in Europa.
Eine Wohnstraße in Nordeuropa, in der die Haushalte mit höheren Heizkosten rechnen müssen, wenn der Winter naht. Illustration.

Die Preise für europäisches Erdgas haben erstmals seit 2022 die Marke von 100 Euro je Megawattstunde überschritten. Damals hatte Russlands groß angelegte Invasion der Ukraine die Energiemärkte in eine Krise gestürzt. Der Meilenstein wird von France 24 gemeldet und fällt genau in die Zeit, in der der Winter naht und sich die Haushalte im Staatenbund auf höhere Heizkosten einstellen.

Der Anstieg weckt Erinnerungen an die Krise von 2022, als Gas zum wichtigsten Treiber der Lebenshaltungskostenkrise auf dem Kontinent wurde. Höhere Großhandelspreise schlagen zeitverzögert auf Strompreise und Produktionskosten durch, sodass Industrie und Verbraucher die Belastung oft erst Monate nach den Marktbewegungen spüren.

Brüssel gibt sich bei der Versorgung gelassen und bereitet die Öffentlichkeit zugleich auf teure Zeiten vor. Die EU erklärt, sie sei nicht besorgt, genug Gas sichern zu können. Allerdings sind die Speicheranlagen nur zu 72 % gefüllt, und die Union hat die Haushalte vor einer „schwierigen“ Saison gewarnt.

Die Regierungen reagieren bereits, um die Belastung abzufedern. Die britische Regierung versucht laut France 24, die Folgen hoher Energierechnungen abzumildern. Der Druck wirkt sich zudem in unerwarteten Bereichen der Wirtschaft aus: 200 Passagiere saßen in Kambodscha fest, nachdem ihre mehrjährige Kreuzfahrt wegen hoher Treibstoffkosten abgesagt worden war, berichtete der Sender.

Für Verbraucher in Europa stellt sich vor allem die Frage, wie stark sich der Preisanstieg im Großhandel in den regulierten Tarifen und Rechnungen dieses Winters niederschlägt. Ebenso offen ist, wie die Regierungen reagieren, falls die Preise in den kalten Monaten auf diesem Niveau bleiben.

Die nächste Bewährungsprobe kommt, wenn die Temperaturen sinken und die Speicherstände abgebaut werden. Fällt der Füllstand unter die aktuellen 72 % oder bleibt der Preis länger über 100 Euro je Megawattstunde, dürfte der Druck auf die EU-Regierungen wachsen, vor dem Höhepunkt der Heizsaison einzugreifen.

Quellen

Dieser Artikel basiert auf Berichterstattung von:

Neueste Nachrichten