Freitag, 6. November 2026

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Eisenkot führt um Regierungsauftrag, Herzog wägt noch ab

Israels Präsident verkündet am Sonntag, wer die Regierung bilden darf. Gadi Eisenkot erhielt 67 Empfehlungen, Netanjahu 46.

Eine ruhige Wohnstraße in einer israelischen Stadt in der Abenddämmerung.
Eine Wohnstraße in einer israelischen Stadt, während die Koalitionsgespräche nach der Wahl im Oktober weitergehen. Illustration.

Israels Präsident Isaac Herzog hat angekündigt, am Sonntag bekanntzugeben, wem er den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung erteilt. Zuvor hatte Oppositionsführer Gadi Eisenkot 67 Empfehlungen von Abgeordneten der Knesset erhalten, um Ministerpräsident Benjamin Netanjahu abzulösen. Netanjahu kam auf 46 Empfehlungen, sieben Abgeordnete enthielten sich. Africanews berichtete.

Die Zahlen sprechen für Eisenkot, einen früheren Armeechef, dessen Partei Yashar sich für die Wiederherstellung der nationalen Einheit eingesetzt hat. Entschieden ist die Sache damit aber noch nicht. Herzog führte am Donnerstag einen zweiten Tag von Konsultationen durch, nachdem die Wahl am 27. Oktober keinem der beiden Kandidaten eine Mehrheit in der 120 Sitze umfassenden Knesset gebracht hatte, wie die South China Morning Post berichtete.

Die beiden arabisch geprägten Listen, die beispiellose 19 Sitze errangen, erklärten am Donnerstag beide, dass sie Eisenkot unterstützen. Ob sich Eisenkot auf sie stützen würde, ist jedoch unklar: Israel Beiteinu, eine rechte Partei aus seinem eigenen Lager, hat wiederholt erklärt, dass sie keiner Regierung angehören wird, die von arabischen Parteien abhängt. Ihr Vorsitzender Awigdor Lieberman verwies darauf, dass sich die arabischen Parteien weigern, die Hamas ausdrücklich als „Terrorgruppe“ zu bezeichnen, obwohl sie den Angriff auf Israel vom 7. Oktober 2023 wiederholt verurteilt haben.

Auch die Rechnung nach Blöcken ist knapp. Netanjahus Lager kommt auf 53 Sitze, Eisenkots auf 48, sodass die arabischen Listen als potenzielle Königsmacher dastehen. Netanjahu, der Israel durch drei Kriegsjahre geführt hat, greift die Opposition wegen einer möglichen Allianz mit arabischen Abgeordneten an und behauptet, es gebe „ernsthafte Verdachtsmomente“ hinsichtlich ausländischer Gelder im Wahlkampf. Zugleich stellt er die Loyalität arabischer Staatsbürger infrage.

Herzog signalisierte, dass er sich nicht an die Zahl der Empfehlungen gebunden fühle, und verwies auf „gegenseitige Vetos zwischen den Blöcken und innerhalb der Blöcke selbst“. Das Vereinigte Thora-Judentum, das nach den fünf vorangegangenen Wahlen Netanjahu unterstützt hatte, sprach diesmal keine Empfehlung aus. Beobachter sehen darin eher eine Warnung an Netanjahu als einen Seitenwechsel. Die Partei, die sieben Sitze gewann, will die Wehrdienstbefreiung für religiöse Studenten bewahren; Eisenkot besteht dagegen darauf, sie abzuschaffen.

Sobald Herzog seine Wahl am Sonntag bekanntgibt, hat der betreffende Abgeordnete 28 Tage Zeit, eine Regierung zu bilden, mit einer möglichen Verlängerung um 14 Tage. Scheitert er, geht der Auftrag an jemand anderen.

Quellen

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