Sonntag, 8. November 2026

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Paris: Europa bei Ukraine-Gesprächen in Abu Dhabi dabei

Frankreich nimmt an den US-vermittelten Ukraine-Gesprächen in Abu Dhabi teil und pocht auf Gehör für Europa, nachdem Moskau dessen Rolle infrage stellte.

Eine Uferpromenade in einer Golfstadt in der Dämmerung, mit flacher Skyline und ruhigem Wasser
Ein Ufer in Abu Dhabi, wo am Dienstag und Mittwoch die von den USA vermittelten Gespräche über den Ukraine-Krieg stattfinden sollen. Illustration.

— Frankreich wird an den von den USA vermittelten Gesprächen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs teilnehmen, die am Dienstag in Abu Dhabi beginnen, sagte Außenminister Jean-Noël Barrot am Sonntag. Europas Stimme werde in einem Prozess gehört werden, den Washington bislang als trilateral – Ukraine, Russland und die Vereinigten Staaten – dargestellt hatte.

„Die Europäer werden vertreten sein, und Frankreich wird in Abu Dhabi an diesen Gesprächen teilnehmen“, sagte Barrot dem Radiosender RTL, wie France 24 berichtete. Frühere Gespräche hätten die Europäer manchmal einbezogen, manchmal nicht, sagte er, „diesmal werden sie teilnehmen“. „Frankreich wird dabei sein und dafür sorgen, dass Europas Stimme gehört wird.“

Die Ankündigung ist wichtig, weil die Teilnehmerliste umstritten war. Die Gespräche am Dienstag und Mittwoch fanden auf Beamtenebene statt, nicht auf Ebene der Staatschefs, und waren als dreiseitiges Format dargestellt worden; die Identität der Teilnehmer ist nicht öffentlich gemacht worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat gesagt, er wolle, dass europäische Verbündete beteiligt werden; Russland hat laut The Hindu angedeutet, für sie sei am Verhandlungstisch kein Platz.

Barrots Äußerungen folgten auf Bemerkungen von Präsident Donald Trump, der einen „sehr großen“ Deal mit Russland vorhersagte, der nicht nur den Ukraine-Krieg, sondern „ganz Europa“ betreffe – eine Wortwahl, die in europäischen Hauptstädten Befürchtungen über eine Wende Washingtons hin zum Kreml neu aufleben ließ. Trumps Gesandter und Schwiegersohn Jared Kushner nahm am Donnerstag per Videoschalte an einem vorbereitenden Treffen von US-, europäischen, ukrainischen und NATO-Vertretern in Brüssel teil und sagte, Washington arbeite an „einer breiteren europäischen Sicherheitsarchitektur, die dazu beitragen kann, die Bedingungen für einen dauerhaften Frieden zu schaffen“.

Genau diese Formulierung haben europäische Regierungen jahrelang abgelehnt. Vor Beginn des Krieges 2022 stellte Moskau der NATO ein Ultimatum und verlangte den Abzug der Bündnistruppen aus Osteuropa; das Bündnis lehnte ab. Eine NATO-Sprecherin sagte, das Brüsseler Treffen habe „auf ein gerechtes und nachhaltiges Ende des Krieges in der Ukraine hingearbeitet“ – eine Formulierung, die niemanden auf irgendetwas festlegt.

Kushner sagte, Washington werde sich in Abu Dhabi am Rande „eng mit unseren europäischen Partnern abstimmen“ und, „sofern Fortschritte erzielt werden“, auf ein breiteres multilaterales Format zusteuern. Der nächste Gradmesser ist daher die Eröffnungssitzung am Dienstag: ob europäische Vertreter am Verhandlungstisch sitzen, wie Paris nun sagt, oder nur auf dem Flur, wie Moskau es lieber hätte.

Quellen

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