Saudi-Abwehr stoppt Houthi-Raketen; Aramco-Gebäude beschädigt
Saudi-Arabien meldet, Luftabwehr habe Houthi-Raketen auf Riad und die Ostprovinz abgefangen; Splitter beschädigten ein Aramco-Gebäude in der Hauptstadt.

Riad — Ein Gebäude von Saudi Aramco in Riad ist durch „herabfallende Splitter“ beschädigt worden, was das Energieministerium des Königreichs einen „versuchten“ Angriff nennt. Zuvor hatte die von Saudi-Arabien angeführte Koalition erklärt, sie habe mehrere ballistische Raketen abgefangen, die die Houthis aus Jemen in Richtung der Hauptstadt und der Ostprovinz abgefeuert hatten.
Das beschädigte Verwaltungsgebäude steht laut mehreren Nachrichtenagenturen im King-Abdullah-Finanzdistrikt, berichtet Al Jazeera. Staatliche saudische Medien berufen sich auf eine hochrangige Quelle im Energieministerium, wonach es keine Todesopfer gab.
Generalmajor Turki al-Maliki, Sprecher der Koalition, erklärte in Beiträgen auf X, zwei Raketen seien in Richtung Riad abgefeuert worden und eine dritte habe die Ostprovinz ins Visier genommen, wo sich ein Großteil der Ölinfrastruktur des Königreichs befindet. Die Luftabwehr habe außerdem zwei Raketen im Süden des Landes sowie eine Drohne der Houthis abgefangen.
Die Angriffe sind Teil einer breiteren Kampagne der Houthis gegen saudische Ziele, seit ein Waffenstillstand im Jemen-Krieg im Juli zusammenbrach. Die Miliz hat die Flughäfen in Riad und Dammam sowie die Raffinerien Ras Tanura und Rabigh getroffen. Bei einem Angriff auf den Flughafen Riad am 10. Oktober wurden laut Al Jazeera mindestens 13 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt.
Der Schlagabtausch fällt in eine Phase der Eskalation im Jemen. Das von den Houthis kontrollierte Gesundheitsministerium teilte mit, bei koalitionsgeführten Luftangriffen auf das Dorf al-Shariyah nahe Sanaa seien am Samstag 33 Menschen getötet worden, darunter acht Frauen und 13 Kinder. Die Koalition äußerte sich zunächst nicht dazu; Al Jazeera erklärte, die Berichte nicht unabhängig überprüfen zu können. Der Sprecher der Houthis, Yahya Saree, behauptete, in 24 Stunden seien 105 Angriffe der Koalition erfolgt, womit sich die Gesamtzahl seit Beginn der Eskalation auf 4.369 belaufe.
Laut den Vereinten Nationen sind seit dem Zusammenbruch der Waffenruhe von 2022, nachdem die Houthis eine Blockade saudischer Häfen angekündigt hatten, mehr als 1.600 Menschen getötet und fast 300.000 vertrieben worden. Die Regierungstruppen haben im vergangenen Monat die Operation „Morgendämmerung Jemens“ gestartet, um von den Houthis gehaltene Gebiete zurückzuerobern, darunter Sanaa. Der nächste Prüfstein wird sein, ob die Offensive der Regierung – und weitere Raketensalven der Houthis auf saudische Öl- und Flughafenanlagen – eine der beiden Seiten in Richtung eines neuen Waffenstillstands bewegt.
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