Freitag, 30. Oktober 2026

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Spanien trauert, Zahl der Toten bei Zugunglück steigt auf 69

Rettungskräfte suchen bei Urda in den Trümmern, nachdem ein Renfe-Zug einen haltenden Iryo-Zug rammte. Angehörige geben DNA-Proben ab.

Eine Bahnlinie durch trockene Landschaft in Castilla-La Mancha, im Zentrum Spaniens.
Bahnlinien durchziehen das Ackerland von Castilla-La Mancha, wo die Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Sevilla verläuft. Illustration.

— Spanische Rettungskräfte mit Spürhunden und Wärmebilddrohnen durchsuchten am Donnerstag weiter die Trümmer zweier Hochgeschwindigkeitszüge, nachdem die Zahl der Toten beim Zusammenstoß vom Mittwoch in Zentralspanien auf 69 gestiegen war. Damit gehört das Unglück zu den tödlichsten Bahnkatastrophen Europas in diesem Jahrhundert.

Der Unfall ereignete sich am Mittwochmorgen, als ein staatlicher Renfe-Zug auf das Heck eines haltenden Zugs des privaten Betreibers Iryo auffuhr, nahe dem Dorf Urda, rund 130 km südlich von Madrid. Mindestens drei Waggons wurden eine Böschung hinabgeschleudert. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schwer, so BBC News.

Im Lauf der Nacht wurde eine weitere Leiche geborgen, sodass die Zahl der Toten von 68 auf 69 stieg. Das sagte der Regionalpräsident von Castilla-La Mancha, Emiliano García-Page, der außerdem mitteilte, dass sich noch 50 Menschen im Krankenhaus befinden. Toledo hat 52 der Toten aufgenommen. Die Leichenhalle, die für 30 Tote ausgelegt war, ist damit überfordert, weshalb das Militär eine Notunterkunft einrichten musste, wie CNA berichtete. Familien geben der Guardia Civil DNA-Proben, um bei der Identifizierung der Opfer zu helfen.

Unter den bestätigten Toten ist Fátima Báñez, 59, Arbeitsministerin unter dem früheren Ministerpräsidenten Mariano Rajoy von 2011 bis 2018 und bis zu ihrem Tod Vorsitzende des Unternehmerverbands CEOE. Julieta Gallego, eine 24 Jahre alte Weitspringerin, kam ebenfalls ums Leben, teilte der Königlich Spanische Leichtathletikverband mit. Ein Beamter der Guardia Civil, José Manuel Chacón, 31, wurde von der Behörde als tot bestätigt.

Die Regierung hat ab Donnerstag drei Tage nationale Trauer angeordnet. Im ganzen Land wurde eine Schweigeminute abgehalten, unter anderem am Bahnhof Atocha in Madrid. König Felipe VI. besuchte Überlebende in einem Krankenhaus in Toledo. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Sevilla bleibt gesperrt, Tausende Fahrgäste sitzen fest.

Es ist der zweite tödliche Hochgeschwindigkeitsunfall Spaniens in diesem Jahr: Im Januar kamen bei einer weiteren Kollision zwischen Renfe und Iryo auf derselben Strecke 46 Menschen ums Leben. Zugleich ist es das schwerste Bahnunglück des Landes seit 2013. Dass an beiden Unfällen dieselben Betreiber auf demselben Streckenabschnitt beteiligt waren, verschärft die Forderungen nach Antworten, vier Wochen vor einer Parlamentswahl.

Was als Nächstes geschieht, ist weitgehend verfahrenstechnischer Natur, aber politisch aufgeladen: Ermittler müssen klären, warum der Iryo-Zug auf einer befahrenen Strecke stillstand, und die Bergungsarbeiten sowie die Identifizierung der Vermissten laufen weiter. Der nächste Meilenstein sind die ersten Ergebnisse der Unfalluntersuchung, für die die Minister bislang keinen Zeitplan genannt haben.

Quellen

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